In der vorletzten Ausgabe (#17) des Wildlesers, herausgegeben von meinem geschätzten Erlanger Kollegen Klaus Gasseleder, erscheint nun auch meine vorerst letzte Geschichte aus der losen, verstreut veröffentlichen Reihe ErlangenHORROR. Die Serie, ein gruseliger Ableger von ErlangenNOIR, endet mit einem unendlichen Markgrafen, der seine Menschlichkeit auch nach „Vierhundert Jahren Einsamkeit“ nicht aufgeben will. Weitere Beiträger sind u.a. Paul Maar, Walle Sayer und Helmut Haberkamm.
– AUSZUG – „Nur ein paar Tropfen.“Ohne meine Antwort abzuwarten, lässt er sich neben mir zu Boden fallen, nimmt meinen Kopf in die Hand und leckt schnell über meine blutige Stirn. „He!“ Seine Zunge ist rau, nicht unangenehm eigentlich. Ich denke an ein Liebesspiel. Er ist gründlich. Und tatsächlich soll Speichel mit seinen Enzymen die Blutgerinnung und die Wundheilung unterstützen.
Im Rahmen des Projekts Neustart Freie Szene erscheint meine neue Kurzgeschichte „Rinnen“ auf dem Literaturportal Bayern der Bayerischen Staatsbibliothek: Eine traurige Trinkergeschichte über ein seltsames Begräbnisritual (oder das Gegenteil davon), mit dem man versuchte, die Leichen von Selbstmördern gottgefällig beiseitezuschaffen. Es wird viel Wein getrunken. Das Fass muss leer sein, um neu befüllt zu werden.
– AUSZUG – An Fürsorge ließ er es nie vermissen. Er besaß sogar den Anstand, sich nicht im Wohnhaus zu erhängen. Noch anständiger wäre freilich gewesen, er wäre gleich selbst ins Wasser gegangen. Dass er nicht schwimmen konnte, war ebenfalls bekannt. Zwei Kilometer stromabwärts ist die Donau tief und die Strömung stark, das wäre eine ausgemachte Sache gewesen. Er aber wollte lieber bei seinen Kühen hängen.
Zugabe! Zum Abschluss ihrer NOIR-Lesereihe präsentieren die beiden Autoren Philip Krömer und Björn Bischoff noch einmal Absurdes, Vergessenes und Wahnwitziges der Erlanger Stadtgeschichte aus ihrem Buch ErlangenNOIR. Mit Büchertisch der Bücherinsel Frauenaurach und Live-Saxofon von Peter Thoma. Der Eintritt ist frei.
WANN: 29.02.2024, Beginn 20 Uhr WO: Theatercafé Erlangen
Wir fragen uns zum Elektro-John durch, dem brennenden Menschen. 50000 Volt lässt er angeblich durch seinen Körper fließen und bringt Glühbirnen durch bloße Berührung zum Aufleuchten und entzündet mit der Hand eine Fackel. Von Amanda weiß er nichts. Prüfend greift der Lange Bimbo an eine Leitung. Es liegt keine Spannung an den Drähten, die fliegenden Funken sind ein Spezialeffekt. Scharlatan, brummt er. – aus: »Wenn sich die späten Nebel drehen«
Grausige Kleinstbeobachtungen aus Erlangen. Alles wahr. Werschweine und böse Götter. Meine Kurzprosastücke „ErlangenHORROR“ auf Eisenbart & Meisendraht. Zum Lesen oder Anhören in der live aufgezeichneten Special-Folge.
– AUSZUG – Habt ihr im Wiesengrund die niedergewalzten Büsche bemerkt? Die Risse im Asphalt des Radwegs? Das war der Lurch. Der hat beim geheimen Areva-Reaktorexperiment zu viel vom Kühlwasser geschluckt. Jetzt misst er acht Meter von Schnauze bis Schwanzspitze und weiß mit seiner neuen Kraft nichts anzufangen. Wenn die Reiher vorübersegeln, legt er sich noch immer bewegungslos ins Gras.