[veröffentlichung] Rinnen im Literaturportal

Im Rahmen des Projekts Neustart Freie Szene erscheint meine neue Kurzgeschichte „Rinnen“ auf dem Literaturportal Bayern der Bayerischen Staatsbibliothek: Eine traurige Trinkergeschichte über ein seltsames Begräbnisritual (oder das Gegenteil davon), mit dem man versuchte, die Leichen von Selbstmördern gottgefällig beiseitezuschaffen. Es wird viel Wein getrunken. Das Fass muss leer sein, um neu befüllt zu werden.

– AUSZUG –
An Fürsorge ließ er es nie vermissen. Er besaß sogar den Anstand, sich nicht im Wohnhaus zu erhängen. Noch anständiger wäre freilich gewesen, er wäre gleich selbst ins Wasser gegangen. Dass er nicht schwimmen konnte, war ebenfalls bekannt. Zwei Kilometer stromabwärts ist die Donau tief und die Strömung stark, das wäre eine ausgemachte Sache gewesen. Er aber wollte lieber bei seinen Kühen hängen.